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Weihnachten mit Sonnengesang

Grüße zum Fest

Franz von Assisi, die Weihnachtskrippe und der Sonngengesang

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Es war Franz von Assisi, der im Bergdorf Greccio erstmals eine lebende Krippe inszenierte. Mit Ochs und Esel standen echte Tiere neben dem Jesuskind. Für Franziskus repräsentieren sie die gesamte Schöpfung, die Anteil an der Menschwerdung des Gottessohnes nimmt. Der bewusst einfach Lebende zeichnete sich durch eine für seine Zeit ungewöhnliche Naturverbundenheit aus. Er hat Regenwürmer vom Weg aufgelesen, das „Unkraut“ gelobt und den Kaiser um ein Verbot des Vogelfangs gebeten. Mit Paulus war er überzeugt, „dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt“ (Römer 8,22).

Vor 800 Jahren verfasste Franz seinen berühmten Sonnengesang „Laudato si’“ – Gelobt seist du, mein Herr, mit allen deinen Geschöpfen. In diesem Lob des Schöpfers erscheinen die Mitgeschöpfe als Schwestern und Brüder der Menschen: Sonne, Mond und Sterne, Wasser und Feuer, Luft und Erde. Die Geschwisterlichkeit der Geschöpfe hängt für Franziskus mit dem Weihnachtsereignis zusammen. In der Menschwerdung geht Gott selbst in seine Schöpfung ein, wird zum Bruder von uns Menschen und damit auch aller Geschöpfe. In der Natur wie in den Nächsten begegnet uns Gott und begründet ihre besondere Würde.

Zum Jubiläum des Sonnengesangs und der Katholischen Erwachsenenbildung Ulm-Alb-Donau hat die Künstlerin Marianne Hollenstein 2025 den Hymnus in Kunst umgesetzt. Es ist ein Fest der franziskanischen Freude über die Schöpfung. Die kräftigen Farben bringen die Elemente zum Leuchten. Die Dynamik der Formen spiegelt die Energie des Lebens wieder. Die Abstraktion der Darstellung lässt Raum für alle Arten von Geschöpfen. Die Harmonie des Kunstwerks bringt die Qualität des Erschaffenen zum Ausdruck: „Siehe, es war alles sehr gut“ (Genesis 1,31).

Bild: Marianne Hollenstein, Der Sonnengesang des Franz von Assisi, Acryl auf Folie, 2025 (Foto: Oliver Schütz)

Ist wirklich alles gut? Dunkle und chaotische Stellen verweisen darauf, dass unsere Schwester Erde wegen unseres Umgangs mit ihr leidet. Vor zehn Jahren nannte der erste Papst, der den Namen des Franziskus annahm, seine Umwelt-Enzyklika nach dessen Sonnengesang. „Die Armut und die Einfachheit des heiligen Franziskus waren ein Verzicht darauf, die Wirklichkeit in einen bloßen Gebrauchsgegenstand zu verwandeln“, stellt er darin fest. „Die christliche Spiritualität schlägt ein anderes Verständnis von Lebensqualität vor und ermutigt zu einem Lebensstil, der fähig ist, sich zutiefst zu freuen, ohne auf Konsum versessen zu sein.“ Zum Fest der Mitgeschöpfwerdung Gottes könnte dies die frohe Botschaft für uns und unsere Erde sein.

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